Neujahrsempfang der CDU Ober-Ramstadt
Das Ehrenamt stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Ober-Ramstädter Christdemokraten am vergangenen Sonntag.
CDU-Vorsitzender Wolfgang Rausch freute sich besonders, zu diesem Thema im vollbesetzten Scheunensaal der Hammermühle zahlreiche Vertreter von Vereinen und Kirchen begrüßen zu dürfen. Sein Gruß und seine guten Wünsche zum Neuen Jahr galten auch dem Hauptredner Stephan Würz (Geschäftsführer der Landesehrenamtsagentur Hessen), der Landtagsabgeordneten Karin Wolff (CDU), der Mühltaler Bürgermeisterin Dr. Astrid Mannes, den Ober-Ramstädter Stadträten mit Heinrich Lautz an der Spitze und dem CDU-Ehrenmitglied Franz Wolf. Für eine entspannte Hintergrundmusik sorgte am Keyboard Andreas Stein, Inhaber der gleichnamigen Musikschule.
Bildung und soziale Themen sah CDU-Chef Wolfgang Rausch in seiner Begrüßung eng verknüpft mit den Finanzen des Staats und der Bürger: “Der Meister und Ingenieur aus Deutschland besitzen immer noch einen hohen Stellenwert in der Welt” war für Rausch einer der Gründe, warum Deutschland so gut durch die Krise gekommen sei. Eng damit verknüpft ist für ihn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Mit ihrer Initiative für die Ferienbetreuung von Kindern im Grundschulalter hätte die Ober-Ramstädter CDU auch von den anderen Fraktionen im Stadtparlament breite Unterstützung erfahren. “Einen ausdrücklichen Dank an Frau Goll, Frau Wielandt und Frau Kramer vom Trio” sprach Wolfgang Rausch den verantwortlichen Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung für die gelungene Umsetzung aus.
Bei den Finanzen spannte Wolfgang Rausch einen Bogen vom Bund über das Land bis zur Politik vor Ort: Die besonnene Politik der CDU-geführten Bundesregierung habe gemeinsam mit dem verantwortungsvollen Handeln von Arbeitnehmern, Gewerkschaften und Unternehmern die Basis für einen Aufschwung gelegt, der die Stadtkasse spürbar entlaste. Die im März zur Abstimmung stehende Schuldenbremse sichere den Landeshaushalt und durch einen Schutzschirm auch die Kommunalfinanzen dauerhaft. Und zu den finanzpolitischen Prinzipien der Ober-Ramstädter Christdemokraten stellte er fest: “Wir tragen mit, was sinnvoll und notwendig ist, aber wir hinterfragen auch”.
Dabei waren die 600.000 Euro Mehrkosten für den neuen Sportplatz an der Lichtenbergschule für Wolfgang Rausch der größte Brocken, den es zu überprüfen gelte. Nehme man Sanierungskosten für den neugebauten Kindergarten in Wembach-Hahn, die an der Stadt hängenzubleiben drohten und den nach Ansicht der CDU unnötigen Ankauf einer Lagerhalle für Rohre der Stadtwerke für über 200.000 Euro hinzu, würden nach Ansicht von Rausch die erfreulichen Mehreinnahmen des Aufschwungs durch unnötige Mehrkosten von rund einer Million Euro praktisch wieder aufgefressen.
“Wir wachen darüber, dass in dieser Stadt der Schuldenberg nicht noch größer wird” sei für die Ober-Ramstädter CDU daher eine zentrale Aufgabe.
Hauptredner Stephan Würz hatte mit den Vertretern der Vereine und Kirchen sowie den Kommunalpolitikern aller Fraktionen Zuhörer, die im Ehrenamt sportlich, kulturell, sozial und politisch aktiv sind. Als Geschäftsführer der Landesehrenamtsagentur gelang es ihm, den Wandel der letzten Jahre an vier Typen von Aktiven plastisch darzustellen: die “Lastesel” werden weniger, dafür sind “Senioren-Boomer” und “Egotaktiker” im kommen und schließlich seien die “mobilen Bürger” für Vereine, Kirchen und Parteien schwer erreichbar. Das schwinden junger Leute, die sich langfristig engagieren sei dabei insbesondere für Feuerwehren, Hilfsdienste und Kommunalpolitik, bei denen es auf langjährige Ausbildung bzw. Erfahrung ankomme eine große Herausforderung.
Beim “Lastesel” seien es die Menge der übernommenen Aufgaben und der hohe Zeiteinsatz, die so große Fußstapfen hinterließen, dass Nachfolger nur schwer zu finden seien. Um mehr Menschen für eine Tätigkeit im Verein zu gewinnen als abzuschrecken sei eine neue Aufgabenverteilung erforderlich. Gerade bei der Seniorenarbeit, im Hospiz und bei Tafeln brächten die “Senioren-Boomer” neue Chancen. Nach dem Arbeitsleben suche diese immer größer werdende Zahl junger Alter eine Herausforderung in ehrenamtlich-sozialen Aufgaben. Der “Egotaktiker” stehe durch immer neue Engagements besonders für den Wandel der vergangenen Jahre. Nicht unbedingt als Egoist überlege er sich immer wieder neu, wo er sich für seine Interessen und die seiner Familie gerade einbringe: vom Kindergartenausschuss über den Elternbeirat, seine Vereine und die seiner Kinder bis hin zu kommunalpolitischen Themen, die ihm gerade am Herzen liegen. Ähnlich sei der “mobile Bürger” ein Produkt unserer Zeit: mehrere Berufe gingen mit vielen Umzügen Hand in Hand und erschwerten die Bindung an Vereine.
Wichtig für die Vereine sei es laut Stephan Würz von der Ehrenamtsagentur Hessen, solche Entwicklungen zu beobachten, die er anhand der vier Typen geschildert hat. Darauf könnten die Vereine dann ihr Arbeit einstellen und so wieder mehr Bürger erreichen. Dies müsse zuerst vor Ort geschehen, die Kommunalpolitik könne helfen, indem sie bürokratische “Steine aus dem Weg Räume”. Das Land Hessen mit der Ehrenamtsagentur unterstütze dies z. B. durch die Ehrenamtscard und Versicherungen die griffen, wenn eine Vereinsversicherung Lücken ließe.
Zum Abschluss konnte CDU-Vorsitzender Wolfgang Rausch Pfarrer Lubotta von der evangelischen Waldenser-Gemeinde eine Spende überreichen. “Der Beschluss kam spontan und ist uns leicht gefallen”, so Rausch. Das Geld soll für die Sanierung der Kirche in Rohrbach verwendet werden. |